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Wie Deutschland künftig seine Veteranen würdigen will

Berlin. Die Debatte darüber, wie man ehemalige Bundeswehrsoldaten angemessen würdigen und wo nötig unterstützen kann, läuft schon länger. Jetzt folgen Konsequenzen. Die Ampelfraktionen und die Union sind sich seit dem Herbst darüber einig, dass es einen bundesweiten Veteranentag geben soll. Auch Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ist dafür. Am Mittwochabend stand die Eröffnung und Einweihung eines Veteranenbüros auf der Tagesordnung. Es hat seinen Platz in Berlin, in der Nähe des Regierungsviertels.

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Dort sind acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ganz praktische Fragen zuständig. Dazu gehört die Erteilung von Veteranenabzeichen ebenso wie der Nachweis von Dienstzeiten bei der Bundeswehr. Dazu gehören aber ebenso Hilfen für Betroffene, die etwa in Auslandseinsätzen gesundheitliche Schäden erlitten haben. Es gehe um einfache und komplexe Dinge, heißt es im Verteidigungsministerium. Zudem hielten Mitarbeiter Vorträge und arbeiteten konzeptionell.

Vorsitzende des Bundes der Einsatzveteranen: „Darauf hat die Veteranenbewegung gewartet“

Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD), sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Die Einrichtung dieser zentralen Anlaufstelle für im Einsatz oder Dienst geschädigte Soldatinnen und Soldaten war mir eine Herzensangelegenheit, die ich lange begleitet und unterstützt habe. Neben der Stärkung der Fürsorge für die Betroffenen ist das Veteranenbüro ein wichtiger Baustein, um die Sichtbarkeit von Veteraninnen und Veteranen in unserer Gesellschaft zu erhöhen.“ Denn die Betroffenen müssten jene Wertschätzung bekommen, die sie verdienten, so Högl. „In diesem Sinne wären weitere Initiativen, wie die Einführung eines Veteranentages oder die Einrichtung eines Veteranenheims für in Not geratene Veteraninnen und Veteranen, wünschenswert.“

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Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Einsatzveteranen, Bernhard Drescher, sagte dem RND: „Wir freuen uns, dass endlich dieser erste Schritt getan wurde. Darauf hat die Veteranenbewegung gewartet. Jetzt kommt es darauf an, was daraus gemacht wird.“

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Unklarheit, wer als Veteran gilt

Unterschiedliche Vorstellungen gibt es darüber, wer als Veteran gelten soll. Seit einem Tagesbefehl der damaligen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) im Jahr 2018 sind dies offiziell alle aktiven sowie ehemaligen Soldatinnen und Soldaten, inklusive einstiger Wehrdienstleistenden, die nach dem Dienst ausgeschieden sind. Ein Auslandseinsatz ist also keine Bedingung, um als Veteran anerkannt zu werden. Entsprechend groß wäre die Gruppe, nämlich rund zehn Millionen Menschen.

Der Veteranenverband findet: „Veteran ist, wer aus der aktiven Dienstzeit ehrenhaft entlassen wurde. Einsatzveteran ist, wer als aktiver Soldat, ehemaliger Soldat oder Zivilbediensteter an einem Auslandseinsatz oder einer einsatzgleichen Verpflichtung der Bundeswehr teilgenommen hat.“ Hier findet also eine Differenzierung statt. Und der Verbandschef verbindet die Differenzierung mit einer Warnung. „Ich sehe das Risiko der Überlastung des Veteranenbüros – und dass Dienstwege umgangen werden, soweit es aktive Soldaten betrifft“, sagte er. „Man sollte die Zuständigkeit deshalb auf Ehemalige beschränken.“


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